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Im Jahr 1987 hat Gunther Franz, damaliger Direktor des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Trier, einen Stadtrundgang auf den Spuren von Friedrich Spee und den Trierer Hexenverfolgungen entworfen. Der Rundgang nimmt seinen Anfang am Gebäude der Stadtbibliothek, wo neben Spees Schriften auch viele Akten, Traktate und dämonologische Werke lagern, die in Zusammenhang mit den Hexenverfolgungen stehen. Ergänzt werden kann der Gang inzwischen durch eine weitere Station an der Universität Trier. Die Beschreibung der einzelnen Standorte bietet der Aufsatz von Gunter Franz (pdf).

Eine Übersicht der relevanten bestände in Stadtarchiv und Stadtbibliothek Trier liefert Rita Voltmer, Ein Amerikaner in Trier. George Lincoln Burr (1857-1938) und sein Beitrag zu den Sammelschwerpunkten „Hexerei und Hexenverfolgungen“ an der Cornell University (Ithaca/New York) sowie an der Stadtbibliothelk Trier. Mit einem Inventar. In: Festschrift zum 65. Geburtstag von Gunther Franz. Kurtrierisches Jahrbuch 47, 2007, S. 447-489 (pdf).

 

 Stadtplan Gang

 

1 Stadtbibliothek

2 Markusklösterchen (angeblicher Hexentanzplatz) und Kurfürstlicher Palast

3 Jesuitenkolleg mit ehemaliger Jesuitenkirche und dem Grab sowie Denkmal von Friedrich Spee

4 Fahrstraße / Viehmarktplatz; hier stand das Haus des „Hexenrichters“ Claudius Musiel

5 Brückenstraße; hier besaß der 1589 als Hexenmeister hingerichtete Dietrich Flade mehrere Häuser

6 Noviziat des Jesuitenordens in der Krahnenstraße, hier lebte Friedrich Spee von 1610 bis 1612

7 St. Irminien (angeblicher Hexentanzplatz)

8 Kornmarkt; hier befanden sich Gerichtsgebäude und Gefängnisse für der Hexerei verdächtigte Personen

9 Pranger und Gerichtshaus an der Grabenstraße

10 Hauptmarktbrunnen, erbaut 1595 zur Zeit der Hexenverfolgungen

11 Dom und Liebfrauenkirche

12 Simeonsstift und Simeonskirche, in deren unmittelbarer Nähe (im nicht mehr existierenden Simeonsturm der Stadtmauer) vermeintliche Hexen gefoltert wurden; der Weihbischof und Dämonologe Peter Binsfeld hatte im Stift seinen Wohnort; heute findet sich hier die 2014 eingeweihte Gedenktafel an die Opfer der Hexenprozesse

13 Kirche der Abtei St. Maximin; auf dem Territorium der Abtei fand zwischen 1586 und 1596 eine der europaweit opferreichsten Hexenjagden statt (rd. 400 Hinrichtungen)

14 Kirche St. Paulin; auch auf dem Gebiet des ehemaligen Stiftes St. Paulin wurden zahlreiche Hexenprozesse geführt

15 Kapelle „Kreuzchen“ auf dem Petrisberg in unmittelbarer Nähe zum angeblichen Hexentanzplatz „Franzens Knüppchen“

16 „Franzens Knüppchen“, angeblicher Hexentanzplatz

17 Learning Garden, gewidmet Friedrich Spee an der Universität Trier, beim DM-Gebäude